Abenteuer in Chile

Soziales Jahr - Mira Clara Nietzer aus Seeheim-Jugenheim will in Südamerika arbeiten, Holzhäuser in den Armenvierteln bauen, Workshops für Kinder und Erwachsene geben

SEEHEIM-JUGENHEIM. "365 Tage für Südamerika", unter diesem Motto will Mira Clara Nietzer aus Seeheim-Jugenheim ein Jahr lang in Santiago in Chile soziale Arbeit leisten. Zusammen mit anderen Freiwilligen der chilenischen Hilfsorganisation "Un techo para Chile", was "ein Dach für Chile" bedeutet, wird sie in den Armenvierteln von Chile, den Campamentos, Workshops für Kinder und Erwachsene organisieren und beim Bau von Holzhäusern zur Verbesserung der Lebensbedingungen helfen.

"Einfach so reisen ist ja schön und gut, aber da fehlt mir das Ziel", sagt die Achtzehnjährige. "Ich dachte mir, ich könnte in Ländern helfen, wo eine ganz andere Situation herrscht als hier in Deutschland." Bei einem dreimonatigen Schüleraustausch in Chile hat Mira das Land kennen und schätzen gelernt. "Die Leute dort sind unglaublich gastfreundlich, und die Arbeit von Un Techo para Chile wird sehr gut angenommen."

Über "Weltwärts", den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), kam der Kontakt mit der deutschen Entsendeorganisation "Allegro" zustande, die von Studenten der Viadrina Europa-Universität in Frankfurt an der Oder geleitet wird. Der von Weltwärts unterstützte Verein wählt anhand von Bewerbungsschreiben und zwei Auswahlwochenenden jedes Jahr junge Erwachsene für den Freiwilligendienst im Ausland aus. Durch Seminare werden die Freiwilligen im Vorab auf ihre Projekte vorbereitet.

Die Finanzierung der Aufenthalte läuft zu drei Vierteln über Weltwärts, für die verbleibenden 25 Prozent der Kosten bauen die Freiwilligen mit Hilfe von Allegro einen Spenderkreis auf. "Wir Freiwilligen suchen im Moment nach Privatpersonen oder Betrieben, die gerne Sponsoren für uns und unsere Arbeit werden wollen", erklärt Mira. "Die Leute können ein Mal etwas spenden oder einen Dauerauftrag einrichten, jede Hilfe ist willkommen." Durch regelmäßige Berichte und Fotos sollen die Sponsoren über den Fortgang der Arbeit informiert werden.

Für die 12 Monate hat Mira schon viele Ideen. Sie möchte mit Kindern und Erwachsenen töpfern, basteln, einen Chor gründen und vieles mehr. Am wichtigsten ist ihr aber, dass sie, ganz abgesehen von den Projekten, "Lebensfreude" vermitteln kann.

Für Mira ist die soziale Arbeit aber nicht nur ein Geben. "Ich möchte mal eine ganz andere Welt erleben und kennenlernen", sagt die Abiturientin. "Das Jahr in Chile wird für mich ein großes Abenteuer." Weitere Infos unter 06257 869080, mc_nietzer88@hotmail.com oder www.mira.redshot.in. cel

© Darmstädter Echo, 29.05.2009